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Werberechte in Frankfurt: Neuausschreibung tut Not

21. Januar 2016 - 12:06

Historisches kann ja ganz schön sein, aber auch einfach nur überholt und auf ärgerliche Weise vertaltet sein, zum Beispiel, wenn es um die Werbeflächen in Frankfurt geht. Da gibt es doch tatsächlich Werbeträger, die seit sage und schreibe 80 Jahren an Ort und Stelle stehen. In Zeiten, in denen die Zeichen eindeutig auf „digital“ stehen, ist das Historienpflege am falschen Ort – zumal es eine Historienpflege ist, die die Stadt und den Steuerzahler viel Geld kostet. Zu verdanken sind diese Dinosaurier der Werbung den Werbeverträgen, an die die Stadt unerfreulicherweise gebunden ist. Es gibt Stimmen, die behaupten, die Stadt hätte bei der Vergabe und Planung städtischer Werbeflächen Fehler gemacht; dabei geht es um Verträge, die teilweise noch aus den 1970er Jahren – schon wieder so etwas unschön Historisches – stammen. Es ist ja nicht so, dass die Stadt unbedingt an diesen Verträgen festhalten will. Sie hat diese sogar gekündigt – oder sollen wir lieber sagen: Sie hat versucht zu kündigen? Der bisherige Vertragspartner jedenfalls erkennt die Kündigung wegen angeblicher Fehlerhaftigkeit nicht an. Die Stadt nimmt das tatenlos hin. Die Stadt unternimmt nichts, um die Sache auf gerichtlichem Weg zu klären. Hätte sie das getan, könnte schon längst ein neuer Vetrag mit einem anderen Werbeflächenbetreiber geschlossen sein – ein für die Stadt günstigerer Vertrag, ein Vertrag, der mehr Werbeeinnahmen und damit eine besser gefüllte Stadtkasse verspricht. Warum übt sich die Stadt hier in Bewegungslosigkeit?

Dabei könnte alles so schön sein: alte (sehr alte) Werbeflächen würden abgerissen und dort, wo es sinnvoll ist, durch eine digitale Variante ersetzt. Damit einher ginge eine deutliche Reduzierung der Werbeflächen – denn nicht überall, wo sie heute anzutreffen sind, sind sie auch zweckmäßig. Digitale Werbeflächen bringen viele Vorteile: Sie lassen sich tagesaktuell ändern und anpassen, sie können geichzeitg als städtischer Informationskanal genutzt werden, sie sind in technischer Spitzenqualität zu haben und sie lassen sich als Hotspots für kostenfreies, flächendeckendes WLAN nutzen.

Solche Werbeflächen bzw. Infoanlagen würden Frankfurt auch gleich mehrere Schritte auf dem Weg zur digitalen Hauptstadt weiterbringen – ein Status, den die Mainmetropole schon jetzt gern in Anspruch nimmt, vom dem sie aber noch meilenweit entfernt ist. Sie würde zudem aufschließen auf Städte wie Köln und Hamburg, die sich seit einiger Zeit sehr erfolgreich mit digitalen Stadtmöbeln schmücken. Und sie würde gemeinsam mit diesen Städten in einer Vorreiterrolle glänzen, denn digitale Stadtmöbel sind in Europa noch eine Seltenheit.

Frankfurt, bitte tu etwas! Sieh zu, dass die Werberechte endlich neu ausgeschrieben werden können, auf dass sich moderne, attraktive, gerwinnträchtge Alternativen zur jetzigen desolaten Situation finden.

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