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Weg mit dem Werbeverbot auf der Zeil

23. Juli 2015 - 15:59

Was wäre eine Stadt ohne ihren Einzelhandel? Er prägt das Shopping-Angebot, gestaltet das öffentliche Leben, die Kultur, die Atmosphäre und das Design einer Stadt, kurz: Er schafft Identität, vor allem im Zentrum, dem Ort, der eine Stadt maßgeblich zu dem macht, was sie ist und wie sie wahrgenommen wird.

Ohne Frage wird die Bedeutung der Einkaufsmöglichkeiten für die Identität einer Stadt weiter zunehmen. Die Stadt wird somit mehr auf den Handel angewiesen sein als der Handel auf die Stadt. Schon aus diesem Grund ist es weise, den Handel zu hegen und zu pflegen und sein Prosperieren zu fördern.

Wäre es da nicht zielführend, wenn der Handel auf der Frankfurter Zeil seine Kunden zeitbezogen und tagesaktuell über spezielle Angebote informieren könnte? Und wäre es darüber hinaus im Zuge dieser Möglichkeit nicht sinnvoll, wenn die Stadt Bürger und Besucher auf besondere Veranstaltungen und Feste aufmerksam machen bzw. Informationen zur aktuellen Verkehrslage o. Ä. geben könnte? Gute Idee – aber in unserer Stadt nicht umsetzbar.

Frankfurts Shopping-Meile Zeil war einst Deutschlands umsatzstärkste Einkaufsstraße, 2014 lag sie in Sachen Frequenz bundesweit nur noch an zehnter Stelle. 2015 landet die Zeil bei einer Passantenzählung des Immobiliendienstleister BNP Paribas Real Estate auf Platz 4. Dass das Auswirkungen auf den Umsatz hat, liegt auf der Hand; die Zeil bzw. ihre ansässigen Geschäfte haben zu kämpfen. Nun wird ihnen seit langem eine einfache, sinnvolle Möglichkeit verwehrt, für mehr Kunden und höheren Umsatz zu sorgen: Das Frankfurter Werberecht verbietet es ihnen, auf der Zeil zu werben. Hat man dabei unkoordiniertes Plakatieren und einen Hindernis-Parcours aus „Kundenstoppern“ vor Augen, so ist das Werbeverbot mehr als angebracht und richtig. Es kann aber nicht sein, dass dieses Verbot auch vernünftige Alternativen wie zum Beispiel digitale Werbeflächen betrifft – die außer für Werbung auch als Bestandteil eines Stadtinformationssystems genutzt werden können.

Mit dem Verbot nimmt man dem Handel die Chance, Kaufimpulse zu setzen. Man weist einen wichtigen, identitätsbestimmenden Standortfaktor in unnötige Grenzen. Mit dem Verbot nimmt man auch der Stadt die Möglichkeit, eine wertvolle Informationsplattform zu etablieren. Und last but not least verwehrt man damit auch den Bürgern und Besuchern ein Angebot, das in der „digitalen Hauptstadt“, als die sich Frankfurt gern selbst bezeichnet, eine Selbstverständlichkeit sein sollte: der flächendeckende Zugang zu kostenfreiem WLAN. Denn die digitalen Werbeflächen können problemlos auch als Hotspots fungieren. Die Aufhebung des Werbeverbots auf der Zeil würde also gleich drei Fliegen mit einer Klappe den Garaus machen. Und die Attraktivität der Frankfurter Innenstadt steigern – zum Wohle des Handels, der Bürger und der Stadt selbst.

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