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Von Vorbildern lernen

19. April 2015 - 11:34

Städte wie Stockholm, New York, Barcelona und Sydney, aber auch Berlin und München haben etwas, was Frankfurt nicht hat: einen Platz im aktuellen Ranking „Networked Society City Index“ des schwedischen Telekommunikationsunternehmens Ericsson. Das Ranking listet weltweit 40 Städte mit dem höchsten Grad an Digitalisierung auf – die „digitale Hauptstadt der Bundesrepublik“, wie Frankfurt sich gern selbst bezeichnet, kommt in dieser Studie nicht vor. Aber was nicht ist, kann ja noch werden, Vorbilder zumindest gibt es genug.

New York zum Beispiel hat sich unter Bürgermeister Michal Bloomberg eigens einen Chief Digital Officer geleistet. Diese – denn es war eine Frau – hat den Big Apple zu einem Vorreiter in Sachen Digitale Stadt gemacht. Sie hat es geschafft, die Bürger online mit der Stadt zu verbinden und dabei auch private Investoren in öffentliche Projekte eingebunden. In einem neuen Open-Data-Portal der Stadt finden Bürger Datensätze zu verschiedensten Kategorien, von Gesundheit über Verkehr bis zu freien Bauflächen und Bewertungen der hygienischen Zustände in Restaurants. Um auch die Verwaltung transparenter zu machen, haben die Verantwortlichen alle Verwaltungsbereiche dahingehend analysiert, wie sie ihre Angebote für den Bürger optimal präsentieren sollten. So wurde für Angebote, die vor allem ärmere Bevölkerungsteile ansprechen, eine vorwiegend mobiloptimierte Version geschaffen – denn man hatte festgestellt, dass diese Bürger oft keinen Internetanschluss zu Hause haben, wohl aber ein Smartphone. Mithilfe eines sogenannten Hackathons hat die Stadt zudem ihre Internetpräsenz komplett neu erfunden und Apps geschaffen, über die sich Schlaglöcher melden oder die nächstgelegenen Kondomautomaten finden lassen.

Groß eingestiegen in die Digitalisierung und Vernetzung ist auch Wien. Die Initiative DigitalCity.Wien hat es sich zum Ziel gemacht, die österreichische Hauptstadt zu einem der führenden digitalen Hotsports Europas auszubauen und sich entsprechend zu positionieren und vermarkten – sowohl nach innen als auch nach außen. Davon profitieren nicht nur die Wiener Bürger, die Stadt wird auch zu einem attraktiven Standort für Unternehmen aus der Informations- und Kommunikationstechnologie.

Überall auf der Welt kommen Städte um Digitalisierung nicht herum, wollen sie auch in Zukunft funktionieren und ihren Bürgern ein zeitgemäßes Umfeld bieten. Sie schafft Arbeitsplätze und eine neue Lebensqualität. Frankfurt muss hier das Rad nicht neu erfinden, sondern kann sich bestens an bereits bestehenden Konzepten orientieren. Nur aktiv werden sollte die Stadt so bald als möglich – dann klappt es auch mit der „digitalen Hauptstadt“ Deutschlands.

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