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Ist Frankfurt wirklich digital genug?

27. Juli 2017 - 17:58

Foto: peter-juelich.com

Es geht voran in Frankfurt: Vor kurzem ist die Ausschreibung der Werberechte und Stadtmöblierung beendet worden, die Stadt wertet die eingegangenen Bewerbungen nun aus. So weit, so gut. Trotzdem lässt uns eine Sache ungläubig den Kopf schütteln.

Frankfurt, die nach eigenen Worten „digitale Hauptstadt Deutschlands“, hat nach erheblichen Anlaufschwierigkeiten die Neu-Ausschreibung der Werberechte und der Stadtmöblierung jetzt abgeschlossen und dabei einen entscheidenden Aspekt vergessen: Die flächendeckende Versorgung der Innenstadt mit kostenfreiem WLAN. Für eine digitale Hauptstadt sollte das selbstverständlich sein, wenn schon kleinere Städte und Gemeinden mit kostenfreiem Internet ausgestattet sind. Die Stadt hat dieses Thema in ihrer Ausschreibung lediglich als „optional“ in die Ausschreibung aufgenommen. Schon das reicht, um sprachlos nach Luft zu schnappen. Schließlich ist eine neue Stadtmöblierung bekanntermaßen die Chance für die Stadt, seine Bürger an den Vorteilen der digitalen Hauptstadt mit geringen Mitteln teilhaben zu lassen, denn die Kosten für diesen digitalen Umbau trägt der Möblierer. Auch geht es darum, einen Service zu bieten, der einer internationalen Bankenstadt mehr als gut zu Gesicht stehen würde und der, nebenbei bemerkt, längst überfällig ist. Gerade erst mokierte sich die Frankfurter Rundschau über den „Flickenteppich“, dem die Versorgung mit öffentlich zugänglichem WLAN in Frankfurt gleiche. Mit der Neuausschreibung der Werberechte in Kombination mit einem flächendeckenden Netzzugang hätte die Stadt daraus ganz leicht Profit schlagen können.

Zudem will die „digitale Hauptstadt“ keine digitalen Werbeträger im öffentlichen Raum. Das zeigte sich im Kontakt der Stadt mit der Kölner Werbeagentur ep communication GmbH, die deutschlandweit eine digitale Out-of-Home-Kampagne realisieren wollte. Während das in Berlin, Hamburg, Köln und Düsseldorf problemlos möglich ist, trifft man in Frankfurt auf erhebliche Schwierigkeiten, denn es stehen schlicht keine entsprechenden Screens zu Verfügung. Auch in der soeben beendeten Ausschreibung ist von digitalen Werbeträgern keine Rede. „Entsetzlich peinlich! Warum ihr gerade mit offenen Augen ins digitale Verderben rennt“, titelte die Agentur daraufhin einen offenen Brief an die Stadt Frankfurt. Die Aussage der Stadt, dass man für die nächste Ausschreibung überlegen werde, solche digitalen Werbeträger zu integrieren, man Sinn und Zweck dieser Digitalisierung aber noch sehr genau prüfen müsse, verwundert uns. Die angesprochene nächste Ausschreibung kommt im Jahr 2025. Bis dahin werden wir leider weiterhin in die Röhre schauen müssen.

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