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„Frankfurt hat sein Potential noch lange nicht ausgeschöpft.“

9. Oktober 2015 - 8:22

Das Frankfurter Unternehmen Candylabs unterstützt die Initiative Frankfurt Digitale Hauptstadt von Anfang an. CEO Daniel Putsche stellt dar, warum ihm die Ziele der Initiative am Herzen liegen. Er gibt seine Einschätzung dazu ab, wo Frankfurt in punkto Digitalität aktuell steht und macht deutlich, dass noch viel Luft nach oben ist.

Was sollte man über Candylabs wissen, was bieten Sie Ihren Kunden?
Wir unterstützen unsere Kunden bei der Findung individueller digitaler Lösungen und Business Cases mit Fokus auf den Themenfeldern Mobile und Mobility. Da es sich hierbei um einen grundsätzlich sehr weit gefassten Geschäftsbereich handelt, ist die Herangehensweise entscheidend. Unsere Beratung zu Prozessen und Produktstrategien basiert im Wesentlichen auf Startup-Methodologien und weitreichenden Erfahrungen aus den Bereichen Servicebusiness und Beteiligungen: Dies sind gleichzeitig die beiden Hauptgeschäftsfelder unseres operativen Geschäfts. Nach etwas mehr als zwei aktiven Jahren im Markt zählen zu unseren Kunden auf Dienstleistungsseite Unternehmen wie die Deutsche Bank, Miles and More oder Interactive Media (Telekom Gruppe). Gleichzeitig begleiten wir aber auch Startups wie beispielsweise SynopticCon (Medizinkongresse). Diese Mischung hilft uns, die Vorteile und Stärken beider Welten  - Corporate und Startup – erfolgreich zu vereinen. Neben dem Servicebusiness beteiligen wir uns in sehr ausgewählten Fällen direkt an vielversprechenden Konzepten. Wir halten aktuell drei Beteiligungen in den Bereichen Business Networking, Education und Instagram Affiliation und versuchen die Anzahl der Beteiligungen pro Jahr signifikant zu erhöhen.

Warum unterstützen Sie die Initiative Frankfurt Digitale Hauptstadt?
Als Gründer in Frankfurt sind wir daran interessiert, die Startup-Szene in Frankfurt weiter zu vernetzen und so die Stärke und Reputation des Standorts weiter voranzutreiben. Viele Startups sind heutzutage im digitalen Bereich angesiedelt, und auch wir sind vorwiegend digital tätig. Frankfurt hat unserer Auffassung nach sein Potential diesbezüglich noch lange nicht ausgeschöpft, und die Initiative Frankfurt Digitale Hauptstadt kommuniziert das richtige Mindset, um die Wahrnehmung als innovativen Standort überregional zu etablieren. Dabei wollen wir gerne unterstützen.

Welche Chancen bietet die Digitalisierung? Für einzelne Firmen, aber auch für Kommunen und Städte, speziell Frankfurt?
Die voranschreitende Digitalisierung schafft zunehmend Potential für neue und zukünftig wegweisende Technologien sowie Geschäftsfelder. Unternehmen, die sich in einem Umfeld bewegen, in dem sie Trends setzen können, anstatt diesen hinterherzulaufen, werden zukünftig stabil aufgestellt sein und die Märkte entscheidend mit beeinflussen. Standorte mit einer hohen Dichte an solchen zukunftsfähigen Unternehmen bieten ein ebenso hohes Potential für Konzerne und Investoren. Die besonderen Stärken Frankfurts in den Bereichen Logistik und Kapitalmarkt schaffen eine hervorragende Grundlage für Innovation und Digitalisierung, sofern diese von den richtigen Entscheidern mitgetragen und unterstützt wird. Im Gegensatz zu bereits etablierten Startup-Hubs in Deutschland wie beispielsweise Berlin oder Hamburg ist das Thema Gründung und Selbständigkeit in Frankfurt weniger weit fortgeschritten. Mit den richtigen Strategien aus Politik und Wirtschaft hat Frankfurt die Chance. sich als solider, skalierbarer und investitionsfähiger Standort zu positionieren und etablieren.

Was macht ein Unternehmen zum digitalen Vorreiter? Und was kann die Stadt Frankfurt von den Unternehmen lernen?
Spannend ist hier insbesondere der Vergleich von größeren Strukturen oder Konzernen mit der Stadt Frankfurt. Tatsächlich weisen beide einige Gemeinsamkeiten auf, positiv wie negativ. Wenn ich die Frage am Beispiel Deutsche Bahn beantworten darf, dann ist die Deutsche Bahn sicher nicht der digitale Vorreiter, versteht jedoch die Prinzipien digitaler Innovation und versucht die passenden Prozesse zu etablieren. Alte oder unpassende Strukturen werden aufgebrochen und nicht zukunftsfähige Prozesse werden mittel- bis langfristig überwunden – und das bei etwa 300.000 Mitarbeitern. Kurzum, das native Verständnis der Grundvoraussetzungen für Innovation und Disruption, das passende Management und keine Angst vor Fehlinvestitionen ermöglichen eine Digitalisierung von größeren Strukturen.

Inwiefern ist ein digitales Umfeld für Ihre Arbeit wichtig?
Auch wenn unser Team die meiste Zeit gemeinsam im Büro verbringt und wir diese Facetime als essentiell für unsere Arbeit ansehen, findet unser Geschäft in einer rein digitalen Umgebung statt. Unsere digitalen Prozesse und Arbeitsweisen ermöglichen uns einerseits die Flexibilität, spontan auf komplexe Anfragen und Einflüsse regieren zu können, anderseits schafft erst eine schlanke und solide digitale Infrastruktur die Basis für die Effizienz unserer Arbeit. Im Grunde ist unsere Erfahrung in der Anwendung digitaler Arbeitsabläufe eine wesentliche Basis für unseren Service und die Produktentwicklung für unsere Kunden. Man könnte wahrscheinlich sagen, dass wir ohne ein digitales Umfeld nicht existieren würden, sicher zumindest jedoch nicht in der aktuellen Form.

Wo steht Frankfurt nach Ihrer Einschätzung, im Vergleich mit anderen Städten (in Deutschland oder auch international), was den Wandel zur digitalen Gesellschaft anbelangt?
Im Mai dieses Jahres wurde eine Studie von PWC mit den Top10 der digitalen Städte Deutschlands publiziert. Auch wenn Frankfurt nicht unter den Top10 ist, war es zumindest in der Karte eingezeichnet. Dabei bietet Frankfurt mit seinem kosmopolitischen Flair, seiner privilegierten geographischen Lage, seiner überschaubaren Größe und seiner starken Kapitalkraft die perfekten Voraussetzungen für ein digitales Zentrum. Am Interesse vieler unserer Kunden und Partner erkennen wir zudem, dass die Affinität zum Wandel durchaus gegeben ist. Es gilt also nur noch, die richtigen Hebel auf der richtigen Ebene in Gang zu setzen, um dieses Potential in Zukunft besser auszuschöpfen. Dazu gehört allerdings eine gewisse Portion Entscheidungsfreudigkeit und Mut.

Was kann die Stadt Frankfurt für Startups (im digitalen Bereich) tun und was tun die Startups für die Stadt Frankfurt?
Kooperation und Austausch. Es gibt seitens der Stadt Frankfurt bereits einige starke Initiativen, allerdings leiden diese an mangelnder Sichtbarkeit im Startup-Umfeld. Gleichzeitig sind sicherlich verschiedene Initiativen, Veranstaltungen und Netzwerke seitens der Startups nicht im Fokus der Stadt. Eine stärkere Förderung von Startups und Startup-Initiativen kann den benötigten Austausch und damit auch ein besseres Verständnis seitens der Stadt herbeiführen. Damit die beidseitigen Bemühungen nicht im Sande verlaufen, muss das Engagement der Stadt für Gründer erreichbar, verständlich und vor allem präsent sein. Letztendlich kann die Stadt von dem Know-how der Startups im Bereich erfolgreicher Innovationsprozesse und Digitalisierung profitieren. Ein breites Portfolio an Startup-Unternehmen schafft ein vielseitiges professionelles Umfeld und steigert damit die Attraktivität Frankfurts nachhaltig. Wir beispielsweise co-hosten die FuckUp Nights Frankfurt, ein internationales Eventformat, auf dem vorwiegend Gründer und Unternehmer über ihren Misserfolg berichten. Die letzte Veranstaltung hatte 350 Besucher und war damit die weltweit größte FuckUp Night des Jahres 2015. So etwas kann natürlich auf Frankfurt abstrahlen, sofern es die passenden Schnittstellen zwischen Wirtschaft und Stadt gibt und der Erfolg auch kommuniziert wird.

Mobile Lösungen sind Ihr tägliches Geschäft. Wie wichtig ist in diesem Zusammenhang öffentliches WLAN für Ihre Kunden bzw. die User?
Viele digitale Produkte und Dienstleistungen hängen direkt von der Verfügbarkeit eines belastbaren Netzwerkanschlusses ab. Und auch wenn die Abdeckung immer besser wird, liegt genau hier nach wie vor ein wesentlicher Engpass und damit verbunden eine wesentliche Herausforderung für die jeweiligen Geschäftsmodelle. Das Thema Offline- Fähigkeit bzw. Kompatibilität ist in fast allen Fällen immer noch ein wesentlicher zu kalkulierender Faktor, in manchen Fällen sogar ein Dealbreaker. Ein öffentliches und flächendeckendes WLAN würde für Frankfurt erstmals neue Konzepte ermöglichen, welche mangels garantierter Konnektivität bisher nicht umgesetzt werden konnten. Fast wichtiger ist jedoch die Tatsache, wie sich die Stadt durch einen Schritt wie die Installation eines solchen infrastrukturellen Vorteils nach außen positioniert. Ein flächendeckender Breitbandzugang würde sich sowohl auf Unternehmen und Geschäftsmodelle auswirken als auch auf alle anderen Einwohner der Stadt positiven Einfluss haben. Frankfurt kann damit dem Ziel „Digitale Hauptstadt” einen kleinen, aber bedeutenden Schritt näher kommen.

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