Finde kostenlose Hotspots in deiner Umgebung.

Digitaler Ausbau im öffentlichen Personennahverkehr

22. Juli 2016 - 16:46

Deutschland wird ohne Zweifel von Tag zu Tag digitaler. Gut so, wird auch Zeit. So überlegt zum Beispiel die baden-württembergische Gemeinde Bernstadt, sich Intelligente Straßenlaternen zu gönnen: Laternen, die als öffentlicher WLAN-Hotspot fungieren, Feinstaub- und Lärmbelastung erfassen sowie einen Notrufknopf besitzen. Immer mehr Gemeinden schließen sich dem Warndienst KATWARN an, der bei Unglücksfällen und Katastrophen behördliche Warnungen direkt auf Mobiltelefone sendet. In Berlin gibt es digitale Werbetafeln, über die sich im Fall der Fälle auch aktuelle Gefahreninformationen anzeigen lassen.

Deutschland erschließt sich also immer neue Bereiche für die Digitalisierung. Aber: Digitalisierung und öffentlicher Personennahverkehr, passt das zusammen?

Wer ist nicht verunsichert, wenn der Anschlusszug ausfällt, der Bus unerklärlicherweise Verspätung hat, die Anzeigetafeln ausgefallen sind und der Fahrplan kaum zu lesen ist? Typische Fälle für „digital hilft“. Und so ist zum Glück auch der digitale Ausbau im öffentlichen Personennahverkehr auf dem Vormarsch.

Berlin, Hamburg, Köln und seit neustem Dortmund: Digitalen Stadtmöbel auch an Haltestellen von Bus und Bahn erobern in diesem Jahr Deutschland. Die Kooperation zwischen JCDecaux und der WALL AG bringt digitale Werbeflächen im City Light Poster-Format in die Städte. Dank größtmöglicher Flexibilität bietet dieses Medium zum einen neue Möglichkeiten, Außenwerbung interessanter und interaktiv zu gestalten. Zum anderen – und hier kommt der enorme Nutzen für den ÖPNV ins Spiel – können digitale Fahrpläne, Störungshinweise und aktuelle Informationen für deutlich mehr Transparenz und eine direkte Verknüpfung zwischen Fahrgästen und Bus/Bahn sorgen.

Erfreulicherweise ist das noch nicht alles. Auch Verkehrsmittel an sich werden aufgerüstet. In Frankfurt zum Beispiel haben Hersteller und Verkehrsunternehmen eine Straßenbahn digital aufgepeppt. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: doppelseitige Monitore im Innenraum, auf denen die Fahrgäste den Fahrverlauf, das Wetter und aktuelle Informationen verfolgen können, frei zugängliches WLAN, in das sich die Fahrgäste kostenfrei einwählen können und USB-Ladestationen. Dem Fahrer der Straßenbahn steht ein Tablet zur Verfügung, mit dem er den Innenraum über drei Kameras überprüfen und die Sitzplatzbelegung einsehen kann.

Die Modernisierung hat aber nicht nur praktische, sondern auch sicherheitsrelevante Vorteile. Am Fahrzeug sind Kameras angebracht, die als elektronische Rückspiegel fungieren. Ein Fahrer-Assistenzsystem hilft, Kollisionen zu vermeiden, indem es vor Hindernissen warnt und notfalls eine automatische Bremse auslöst.

Jedoch ist eine sinnvolle und effiziente Nutzung der neuen Möglichkeiten erst dann möglich, wenn die verschiedenen Modernisierungsmaßnahmen aufeinander abgestimmt sind und in allen deutschen Ballungsräumen etabliert sind. Frankfurt hat mir der Modernisierung der Straßenbahn den Schritt in die richtige Richtung gemacht.  Es bleibt zu wünschen, dass auch weitere Straßenbahnen,  Busse und S-Bahnen einer digitalen Modernisierung unterzogen werden. Zusätzlich ist es wünschenswert, dass auch Frankfurt die von JCDecaux und der WALL AG entwickelten digitalen Stadtmöbel zur Verfügung gestellt bekommt. Die Kombination aus einer modernen Bahn und der vernetzten Anzeige an Bahnhöfen und Haltestellen könnte die ÖPNV-Infrastruktur revolutionieren.

Neuen Kommentar schreiben

Plain text

  • Keine HTML-Tags erlaubt.
  • Internet- und E-Mail-Adressen werden automatisch umgewandelt.
  • HTML - Zeilenumbrüche und Absätze werden automatisch erzeugt.
CAPTCHA