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Digitale Stadt? Geht doch! Aber leider nicht mit Frankfurt.

15. Mai 2015 - 15:47

„Die ‚Strategie Digitale Stadt’ ist beschlossen!“ Ach, wäre das schön, wenn diese Feststellung vom Frankfurter Magistrat gekommen wäre. Kam sie aber nicht: Es war der Hamburger Senat, der sich Anfang dieses Jahres dazu entschlossen hat, die Stadt an der Elbe offiziell auf den Weg zur digitalen Stadt zu bringen. Digitale Verwaltung, intelligente Verkehrssysteme, digitale Geodaten sowie Bildungs- und Kulturangebote und eine digitale Infrastruktur der gesamten Energieversorgung: Der Senat berücksichtigt verstärkt den Aspekt der Digitalisierung bei allen Initiativen und Projekten mit seiner Beteiligung. Eine Leitstelle Digitale Stadt koordiniert den Prozess. „Ziel des Senats ist es, technische Innovationen für die optimale Entwicklung der Freien und Hansestadt Hamburg als Digitale Stadt zu nutzen. Hamburg will damit einen Raum bieten, um neue technologische Lösungen zur Verbesserung der Servicequalität und des städtischen Lebens in sozial- und umweltverträglicher Weise in praktischer Anwendung zu erproben“, so die Erklärung in einer Pressemitteilung der Stadt.

Wie sehr die Elbmetropole die Chancen der Digitalisierung zu nutzen weiß, zeigt auch die Einrichtung der Hamburg Open Online University. Das Konzept soll die klassische Präsenzlehre der Hamburger Hochschulen mit den Möglichkeiten digitaler Technologien zusammenführen. Die Stadt hat damit ganz klar eine Vorreiterrolle bei der Digitalen Lehre vor Augen. Dass die Stadt so offensiv in die Digitalisierung einsteigt, hat einen einfachen Grund: Sie möchte den Prozess lieber jetzt aktiv mitgestalten als später auf vorgegebene Lösungen Dritter angewiesen zu sein. Tja, Frankfurt, und du?

Und es ist nicht so, dass Hamburg als einzige deutsche Großstadt die Zeichen der Zeit erkannt hätte. Auch Berlin hat im April dieses Jahres eine Smart-City-Strategie beschlossen. Diese baut auf bestehenden Vorzeige-Projekten auf; so ist zum Beispiel das Konzept One-Stop-City der Innenverwaltung längst beschlossene Sache und soll in der Berliner Verwaltung gemeinsame Anlaufstellen mit einheitlichen Qualitätsstandards entwickeln. So können die Berliner Bürgerinnen und Bürger leichter und schneller mit der Verwaltung kommunizieren. In der Entwicklung befindet sich auch eine digital gestützte Parkplatzsuche: Scanner in Straßenlaternen ermitteln Parklücken, über die Autofahrer dann mobil informiert werden. Für Frankfurt alles nur ein Traum ....

Dabei ist es nicht so, dass Frankfurt sich solchen Ideen generell verweigert. Im Wohnungsbau und beim Energieversorger Mainova gibt es Projekte, die ins digitale Horn blasen und die Stadt entscheidend voranbringen, wenn es um Energieeffizienz und Umweltschutz geht. Dennoch hat man das Gefühl, dass die Stadt den wahren Innovationen und visionären Ideen eher skeptisch bis ablehnend gegenübersteht. Reines Gewinnstreben von Großkonzernen und die Angst vor einer totalen Planbarkeit und Transparenz des städtischen Lebens tauchen als Argumente gegen eine Digitalisierung auf. Wir sehen eine absolute Notwendigkeit, dass Frankfurt mitzieht, um nicht abgehängt zu werden. Dabei sollte sich die Stadt lieber die Forderung bzw. Erkenntnis von Hamburgs Bürgermeister zu eigen machen: „Wir müssen aus der Bedrohungsdiskussion eine Chancendiskussion machen.“ Dem ist nichts hinzuzufügen.

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