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Digital Cities im Vergleich: Deutschland abgeschlagen im Mittelfeld

12. Februar 2016 - 15:07

Die Smart-City-Strategie soll die Digitalisierung in unserer Hauptstadt Berlin vorantreiben. Innerhalb dieses Plans sollen ausgewählte Stadtviertel unter „Smart-City-Gesichtspunkten“ saniert werden und Berlin so führend machen. Jetzt steht fest, dass das Projekt nicht von der Europäischen Union subventioniert wird. Grund dafür könnten die Ergebnisse des Digital Economy and Society Index (DESI) sein, welcher die Internetqualität, das Humankapital, die tatsächliche Internetnutzung und digitale Verwaltungsangebote in Europa vergleicht. Deutschland belegt gerade mal Platz zehn.

Platz eins im europäischen Digital-Länder-Vergleich belegt Dänemark. Warum es Kopenhagen als dänische Hauptstadt an die Spitze der Smart Cities geschafft hat, wird durch einen Kriterienkatalog von Stadt- und Klimastratege Boyd Cohen deutlich. Das sogenannte Smart City Wheel analysiert die Städte anhand von sechs Oberkategorien: Smart Government, Smart Living, Smart Mobility, Smart People, Smart Environment und Smart Economy. Kopenhagens Erfolg in den sechs Bereichen liegt nicht zuletzt an dem Vorhaben, bis 2025 absolut CO2-neutral zu sein. Auch in Cohens Vergleich schaffen es Deutschlands Städte nicht über das Mittelfeld hinaus. Berlin liegt gerade mal auf Platz neun, trotz des Projektes HafenCity schafft es Hamburg nur auf Platz acht. Wie steht es um die Digitale Hauptstadt Frankfurt? Mainhatten schafft es nicht mal in die Top 10. Im Vergleich des IESE Cities in Motion Index der spanischen IESE Business School liegt Frankfurt sogar nur auf Platz 28. Das liegt vor allem an dem schlechten Abschneiden in den Bereichen Technologie, Humankapital, Regierung und Wirtschaftlichkeit sowie der internationalen Reichweite in der Digitalen Hauptstadt. Punkten konnte Frankfurt jedeglich in den Kategorien Mobilität und Umwelt. Eine erfolgreiche Digitalisierung sieht anders aus.

Wo sich Frankfurt noch schwer tut ist das kleine Estland federführend: Digitale Dienstleistungen für Bürger. In dem Land, in dessen Hauptstadt Tallinn der Online-Telefondienst Skype erfunden wurde, steht Bürgerfreundlichkeit an oberster Stelle. Seit 2014 kann man eine digitale Staatsbürgerschaft beantragen. Das heißt, virtuelle Esten können von jedem Ort der Welt ein estnisches Unternehmen gründen. Das ist aber noch nicht alles. Schon seit 2002 können die Esten Dokumente online unterschreiben und über das Internet Steuererklärungen abgeben. Digitale Dienste, auf die wir hier in Deutschland und Frankfurt bisher verzichten müssen.

Wirtschaft 4.0? Auch bei d!conomy, der Fusion von Digitalisierung und Wirtschaft, kann Deutschland nicht punkten

Im weltweiten Monitoring Wirtschaft Digital des Mannheimer ZEW, bei dem die zehn führenden Industrieländer im Bereich Digitalisierung verglichen werden, fällt Deutschland auf den sechsten Platz zurück. Vorne liegt unangefochten die USA, China macht den größten Sprung und zieht an Deutschland vorbei. Dass sich Deutschland im globalen Vergleich einfach nicht durchsetzen kann, liegt daran, dass Geschäftsabläufe und Prozesse schlicht und einfach nicht ausreichend digitalisiert sind. Der Umsatz von ca. 100 Milliarden Euro der deutschen Internet-Wirtschaft macht gerade mal 3,5 Prozent vom Bruttoinlandsprodukt aus. „Da ist noch Luft nach oben“, meint Matthias Machnig, Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. Sogar Bundeskanzlerin Merkel hat sich eingeschaltet und verlangt nach einem effizienteren Vorgehen im internationalen Wettlauf der Digitalisierung.

Zusammenfassend kann man sagen, dass Deutschland und seine Städte es im internationalen Vergleich bisher nicht über das Mittelfeld hinaus geschafft haben. Also Deutschland, unternimm endlich etwas und werde zum digitalen Vorreiter! Wie das gehen kann, hat Thomas Jarzombek, MdB und Sprecher der AG Digitale Agenda, klar gemacht. Damit Frankfurt zur digitalen Hauptstadt wird, muss man vor allem den Gründergeist bei jungen Leuten wecken, neue Medien in den Lehralltag integrieren, ein taktiles, mobiles Internet schaffen und somit auch den flächendeckenden Ausbau des Breitbandes in ganz Deutschland sichern.

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